Ich möchte heute mit dir über etwas sprechen, das uns allen so vertraut und doch so schwerfällt, Fehler. Was sind eigentlich Fehler? Die einfache Definition lautet: Fehler sind Dinge, die nicht optimal laufen, die vom vermeintlich Richtigen abweichen, eine Unrichtigkeit sozusagen. Aber was heißt „richtig“ überhaupt?
Für mich gibt es kein starres „richtig“ oder „falsch“. Es gibt nur Handlungen und die Konsequenzen, die daraus entstehen. Du erinnerst dich vielleicht an Situationen, in denen du „falsch“ gehandelt hast, aber war es wirklich falsch oder nur ein Schritt auf deinem Weg? Ich selbst habe unzählige Fehler gemacht. Und ja, manchmal liegen diese Fehler tief verwurzelt in der Konditionierung, die wir aus unserer Kindheit mitnehmen. Wie war deine Familie? Gab es Gewalt? Wie wurde Liebe gezeigt?
Vielleicht hast du dir geschworen, es anders zu machen, ganz ohne Gewalt, und findest dich nun im Gegenteil wieder, in einer grenzenlosen Erziehung, bei der du deinem Kind alles erlaubst, weil du selbst nie gelernt hast, Grenzen zu setzen. Das ist ein Dilemma!
Du möchtest nicht darüber hinausgehen, was du als richtig erkannt hast und doch fehlt dir manchmal das „Wie“.
Was ist also „das Richtige“? Für mich heißt es, dass du für dich selbst entscheidest, was du willst. Das ist ein individueller Prozess. Du darfst deine Handlungen immer wieder überprüfen und vor allem auch die Konsequenzen, die folgen. Schau bewusst hin!
Wie wirkt sich dein Verhalten auf dein Kind oder dein Umfeld aus? Was passiert in deiner Beziehung? Wo gibt es Spannungen?
Grenzen setzen in der Erziehung
Dein Kind darf vieles, so gut du es erlaubst, aber was heißt das für eure Beziehung? Oft entsteht eine Art Trennung, weil dein Kind spürt, dass du zwar grenzenlos gibst, aber vielleicht überfordert bist.
Die Herausforderung ist, konsequent zu werden und das heißt keineswegs „hart“ oder „bestrafend“. Nein, es bedeutet aufmerksam zu sein, deinem Kind zuzuhören, ihm die Konsequenzen verständlich zu machen. Es heißt auch, deinen eigenen Gefühlen auf die Spur zu kommen und zu reflektieren.
Was kann ich gut, wo fällt mir die Grenze schwer? Und wie kann ich das mit Liebe und Klarheit verbinden? Das ist dein ganz persönliches „Richtig“ und das darf sich im Laufe der Zeit verändern.
Führung in deinem Unternehmen
Vielleicht bist du Unternehmerin oder Führungskraft und hast als Angestellte erlebt, dass du strikte Anweisungen bekommen hast, eine Menge Bürokratie zu erledigen und wenig Freiraum hattest. Also möchtest du es in deinem eigenen Business besser machen, mehr Freiheit, mehr Vertrauen.
Doch nach einer Zeit merkst du, deine Mitarbeiter brauchen doch Führung, klare Strukturen und jemanden, der den Rücken stärkt. Ohne Führung schleichen sich Fehler ein, Kunden werden unzufrieden, Abläufe stocken. Auch du verlierst Zeit in unübersichtlichen Prozessen.
Was jetzt? Du hast erkannt, dass deine ursprüngliche Idee zwar für Freiheit stand, doch in der Praxis nicht für alle funktioniert hat. Und genau das ist ein wichtiger Lernprozess. Du darfst korrigieren, anpassen, neue Wege gehen, immer mit dem Ziel, das Beste für dich und dein Team zu schaffen.
Sanft mit den Fehlern unserer Kinder umgehen, ein Geschenk für alle
Gerade wenn viele Mamas diese Zeilen lesen, möchte ich einen besonders wichtigen Punkt hervorheben. Wie wir als Eltern mit den Fehlern unserer Kinder umgehen.
Kinder ahmen oft nur nach, was sie aus ihrer Umgebung kennen. Sie sind noch nicht voll geprägt und tun das, was sie in ihrer eigenen Persönlichkeit für richtig halten. Deshalb dürfen wir als Mamas und Papas oder Pädagoginnen sanft mit den Fehlern der Kinder sein.
Klar, es gibt Momente, die stressig sind, in denen Kinder unseren Alltag verlangsamen oder uns in Grenzen bringen. Doch wenn Kinder dauerhaft für Fehlverhalten bestraft werden, das nicht in unseren Rahmen passt, lernen sie: „Ich bin falsch.“ Das erzeugt ein lebenslanges Gefühl, nicht genug zu sein, nicht geliebt zu sein, ständig alles richtig machen zu müssen.
Kennst du dieses Muster vielleicht auch aus deiner eigenen Kindheit? Genau hier kannst du als Mama jetzt vorbeugen. Indem du dein Kind vollkommen siehst, mit ihm gemeinsam reflektierst und fragst: „Was passiert, wenn du das so tust? Welche Konsequenzen siehst du?“ So lernt dein Kind, eigene Schlüsse zu ziehen, Dinge auszuprobieren, ohne sofort verurteilt zu werden. Das stärkt sein Selbstvertrauen und die Beziehung zwischen euch.
Fehler als Schule des Lebens
Fehler sind eine Schule des Lebens, die dich immer wieder voranbringt und weiterbringt. Schau sie nicht als Ballast, sondern als wertvolle Wegweiser.
Meist entstehen unsere Entscheidungen aus Prägungen, Glaubenssätzen und inneren Wunden. Viele fühlen den Druck, „es richtig machen“ zu müssen, um Anerkennung zu bekommen, geliebt zu werden oder Konflikte zu vermeiden. Doch dieser Druck kann lähmen.
Ich lade dich ein: Schau deine Fehler als wichtige Erfahrungen an. Sie zeigen dir, wo du wachsen, lernen und heilen darfst. Sie machen dich stärker, weiser und authentischer.
Eine kleine Übung für dich
Stell dir deine drei größten Fehler vor. Welche sind das? Wie empfindest du sie heute? Und was hast du aus ihnen gelernt? Was hast du dank ihnen entdeckt, verändert oder gestärkt? Wie haben diese Erfahrungen dich zu der Frau gemacht, die du jetzt bist?
Dieser Blickwinkel kann dich von Selbstvorwürfen lösen und hin zu Selbstanerkennung führen.
Was kannst du jetzt tun?
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In meinen 1:1 Terminen, der transformierenden Körperarbeit und unseren regelmäßigen Kakao-Runden findest du Unterstützung und Inspiration, deine eigene Wahrheit zu entdecken und mutig zu leben.
Mein Januar ist bereits ausgebucht, aber ab Februar freue ich mich, dich auf deinem Weg begleiten zu dürfen.
Fehler gehören zum Leben dazu. Du darfst mutig sein, sie anzunehmen, zu reflektieren und deine eigenen Wege zu gehen. Du bist nicht allein dabei.
Mit viel Herz, Nicole




